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Linux from Scratch – ein Linux Baukasten

Publiziert am 04. Oktober 2012 auf puzzle.ch/blog

 

Linux Distributionen gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Wer jedoch verstehen will, wie das System funktioniert, kompiliert sich seine eigene Distribution – from Scratch.

 

Willkommen bei Puzzle

Am 2. August begann ich meine Lehre bei Puzzle. Nachdem ich mich in den ersten paar Tagen zuerst mal in die Linux Welt einlesen durfte, galt es ernst.

Als Informatiker braucht man einen Computer zum arbeiten und dieser wiederum braucht ein Betriebsystem; und genau das war meine nächste Aufgabe: „Mach dir dein eigenes Linux“, meine Hilfe dazu: Linux from Scratch.

From Scratch?

Linux from Scratch ist eine Step by Step Anleitung, um ein Linux vom Quellcode aus zu kompilieren. Das gute an LFS ist, dass jeder Schritt detailliert beschrieben ist. So hat man auch als Linux “Newbie” kein Problem, der Anleitung zu folgen. Je sicherer man in der Linuxwelt steht, desto eher kann man während dem Erstellen des Systems bereits Anpassungen vornehmen und so eine einzigartige Linux Distribution erstellen, welche genau auf einen zugeschnitten ist.
Jedes Quelltextpaket muss einzeln entpackt und kompiliert werden. Dies braucht Zeit, welche man idealerweise dazu verwendet, sich über das jeweilige Paket zu informieren. Linux from Scratch beschreibt diese jeweils nur sehr knapp. Da man jedoch erst auf Seite 252 (in der PDF Version) das neu gebaute Betriebsystem booten kann, kann man alle Programme und Funktionen einer LiveCD oder einer installierten Distribution geniessen. Die meisten Pakete sind auf Wikipedia gut dokumentiert. Und auch sonst findet man schnell weitere Seiten, auf denen man Dokumentationen zu den jeweiligen Paketen findet.

Es geht noch mehr

Wem ein so simples System nicht reicht, der soll sich BLFS zu Gemüte führen. Wie der Name bereits sagt, fängt BLFS dort an, wo LFS aufhört. So bietet BLFS Anleitungen zum Kompilieren von Desktopumgebungen wie Gnome, KDE oder XFCE. BLFS ist nicht mehr als „straight forward“ Anleitung zu verstehen, sondern man kann sich aussuchen, was einem auf seinem System noch fehlt und diese Pakete installieren. Die Abhängigkeiten der einzelnen Pakete ist jeweils angegeben. Da es in BLFS keine Reihenfolge gibt und man auch bei Weitem nicht alles auf seinem System installieren will, kann man sich, falls man sich nicht gut organisiert, ziemlich schnell im Abhängigkeitsdschungel verirren.

Da ich mein System primär zu Übungszwecken erstellte, wählte ich die schlanke Desktopumgebung “XFCE”. Ich erwischte mich dennoch mehrmals bei der x-ten Abhängigkeit, dass ich nicht mehr wusste, welches Paket ich ursprünglich installieren wollte. Durch mehrere Browserfenster und einer fixen Abfolge an neuen Tabs schaffte ich mir dann ein System, um den Überblick zu behalten.

Am Schluss hatte ich ein (beinahe) betriebsbereites Linux mit XFCE, AbiWord, Firefox, Konsole und Dateimanager. Leider schlichen sich vereinzelt auch Fehler ein. So war es mir nicht möglich die Ethernetkarte meines Laptops zu erkennen (mit WiFi klappte der Internetzugang) und die Konsole in XFCE funktionierte nur vereinzelt. Jedoch habe ich das primäre Ziel, Linux kennenlernen, mit LFS/BLFS definitiv erreicht.

Nicht nur für Anfänger

Linux from Scratch ist meiner Meinung nach ein guter Einstieg in die Linuxwelt. Man lernt, wie ein System von Grund auf aufgebaut ist. Jedoch möchte ich in einem Jahr (oder zwei) LFS erneut durchspielen. Je mehr man das System versteht, umso mehr Spass macht es, sein eigenes zu bauen.

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Lukas Grimm / Ombre Mein Name ist Lukas Grimm (oder eben Ombre). Auf dieser Webseite passiert im Moment so ziemlich gar nichts...

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